In der Presse: „Ein Zufluchtsort für schutzbedürftige Kinder“ von The Berliner
Von Graffiti-Workshops bis hin zu Leseecken – die gemeinnützige Organisation Lilipad ist mehr als nur eine Bibliothek.

„The Berliner“ veröffentlichte im Januar 2026 einen Artikel über die Lilipad-Bibliothek. Hier ist ein Auszug aus dem vollständigen Artikel. Besuchen Sie „The Berliner“, um den ganzen Artikel zu lesen.
Als Kind, das in den 1990er Jahren in Casablanca aufwuchs, war Sara Arsalane schüchtern bis zur Scham. Zu Hause las niemand viel – ihre Eltern waren Ärzte und hatten andere Dinge zu tun –, doch die Geschichten ihres Großvaters über die französischen Klassiker faszinierten sie. Sobald Arsalane zu lesen begann, war sie Feuer und Flamme. Doch als sich ihre Welt erweiterte, nahm das, was wie der perfekte Rückzugsort für ein schüchternes Kind schien, eine unerwartete Wendung.
„Ich habe so viel gelesen, dass mir klar wurde: Eigentlich wollte ich gar nicht schüchtern sein“, sagt Arsalane lachend. „Ich habe mich dazu gezwungen, extrovertiert zu werden. Bücher haben mein Leben wirklich verändert. Irgendwie ist mir das im Hinterkopf geblieben.“
Ihre neu erworbenen Fähigkeiten als extrovertierte Persönlichkeit führten sie von ihrer Heimat Marokko an eine Business School in Paris und anschließend in hochrangige Führungs- und Tech-Positionen in Berlin, den USA, Hongkong und erneut in Berlin. Doch der Ruf des sozialen Sektors und ihr Bewusstsein dafür, welch überragende Rolle Bücher in ihrem Leben gespielt hatten, ließen sie nie los.
„Etwas zurückgeben“ ist ein Ausdruck, der öfter verwendet als in die Tat umgesetzt wird. Viele von uns haben gute Absichten; nur wenige von uns setzen diesen Idealismus auch in die Tat um. Arsalane ist einer der wenigen.
„Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich eines Tages aufwachen und mich fragen würde: ‚Was mache ich hier eigentlich jeden Tag?‘“, sagt sie. „Damals im Jahr 2015, als viele Asylsuchende in Berlin ankamen, haben mein Freund und ich ehrenamtlich in einer Notunterkunft geholfen. Wir haben zwar nur Geschirr gespült, aber mir war ziemlich klar, dass es in diesen riesigen Sporthallen keine Privatsphäre gab. Es war Winter. Was sollten die Kinder dort eigentlich tun? Das war wirklich der Anfang. Ich dachte mir einfach: Wäre es nicht schön, kleine Leseecken zu haben, in die die Eltern gehen können, und Bücher in der Muttersprache der Kinder, etwas Vertrautes?“
Der Originalartikel erschien am 26. Januar 2026 auf The Berliner.
Autorin: Louise East
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