In der Presse: Interview mit Sara Arsalane bei „Femmes Du Maroc“

Eine junge Marokkanerin setzt sich dafür ein, den Schülern einer kleinen Schule in der Nähe von Casablanca Bücher zur Verfügung zu stellen.

Der Zugang zu Büchern ist kein Privileg, sondern ein Recht, wie Sara Arsalane, Gründerin des noch jungen Vereins Lilipad, betont. Von Berlin aus, wo sie arbeitet, setzt sich die Marokkanerin dafür ein, genügend Bücher für die 207 Kinder der Lakhdara-Grundschule in der Nähe von Casablanca zu sammeln.

Lesen – eine Reise für alle

Noch vor einem Jahr hatte Sara noch nicht einmal daran gedacht, Lilipad zu gründen.

„Ich wollte meinen Job in Berlin aufgeben. Ich arbeite in der Start-up-Szene und hatte vor, mir eine sechsmonatige Auszeit zu gönnen. Ich wollte schon immer ehrenamtlich tätig sein, also habe ich mich nach kleinen Organisationen in Afrika umgesehen, die sich für Straßenkinder einsetzen“, erinnert sich die gebürtige Casablancerin, die schon immer ein besonderes Gespür für die Notlage dieser Kinder hatte, „vielleicht, weil ich in Casablanca so viele von ihnen gesehen habe.“

Doch es lief nicht ganz nach Plan. Sie konnte keine passende Organisation finden. Das machte nichts. Sie suchte weiter, und beim Stöbern im Internet stieß sie auf die Website einer Schule in Uganda, die gelegentlich von Freiwilligen besucht wurde. Sie nahm Kontakt zu dem Mathematiklehrer auf, der das Projekt ins Leben gerufen hatte, und so kam eins zum anderen: Sie beschloss, den Schülern dieser Schule durch das Sammeln von Büchern zu helfen.

„Lesen war schon immer meine Leidenschaft“, verrät sie. Bei diesem Projekt kann sie auf einige Freunde zählen, die ihr bei der Organisation von Veranstaltungen helfen, sowie auf ihre Familie und Freunde, die Spenden leisten, und auf einen ihrer ehemaligen Arbeitgeber.

„Ich habe 5.100 Euro gesammelt“, sagt sie stolz. „Von diesem Geld habe ich 890 Schulbücher und einen Teil der 200 Bücher für die Bibliothek gekauft. Den Rest habe ich bei meinem Besuch im vergangenen März mitgebracht.“ Sie erklärt: „Die Schule hat 1.000 Schüler, aber es war für den Verein unmöglich, alle zu versorgen … Deshalb haben wir beschlossen, den Kindern, die eine Prüfung ablegen würden, Schulbücher zu geben.“

Nach dieser Erfahrung wollte Sara sofort ein neues Projekt in Angriff nehmen, diesmal in ihrem Heimatland. Es waren ihre Familie und Freunde, die ihr von der Lakhdara-Grundschule erzählten. Der Schulleiter traute seinen Ohren kaum und war natürlich sofort von dem Vorschlag der jungen Frau begeistert.

Ein Teil der Spende wird nächsten Monat, kurz vor Beginn des Schuljahres, eintreffen, während der Rest – die Bibliothek und die Schaukeln – bis Ende September installiert sein soll. Bis dahin wird Sara weiterhin unermüdlich kämpfen.

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Redaktion von „Femmes du Maroc“