Über das Projekt hinaus: Überlegungen zur Zusammenarbeit

Letzte Woche kamen Partner aus dem gesamten „Narratives of Hope“-Netzwerk zu einem Tag des Austauschs, der Reflexion und des gemeinsamen Lernens zusammen, um über die Ergebnisse einzelner Projekte hinauszugehen und eine übergeordnete Frage zu stellen: Wie können wir Kooperationen aufbauen, die wirklich von Dauer sind?

Beginnend mit „Verbindung“

Der Tag begann mit einer lebhaften „Collaboration-Speed-Dating“-Übung, bei der die Teilnehmer die Gelegenheit hatten, neue Leute kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen, noch bevor die offiziellen Sitzungen begannen. Diese Aktivität hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, dass eine gute Zusammenarbeit mit zwischenmenschlichen Beziehungen beginnt und nicht nur mit gemeinsamen Unterlagen.

Die Geschichten der Hoffnung teilen

Im Mittelpunkt des Vormittags stand eine Präsentation des Projekts „Narratives of Hope“, einschließlich Filmaufnahmen, die den Teilnehmern einen direkten Eindruck von den Kinderbibliotheken und der kreativen, fröhlichen Arbeit vor Ort vermittelten – darunter auch ein musikalischer Beitrag, der den Spaß und die Fantasie einfing, die das Herzstück des Projekts ausmachen!

In der anschließenden Diskussion ging es um die Zukunft von „Narratives of Hope“, auch wenn die offizielle Projektlaufzeit Ende des Sommers ausläuft: Die Partner bestätigten, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, und planten, weitere Workshops zum Thema „Storytelling durch Kunst“ durchzuführen sowie eine größere Initiative mit mehreren Partnern zu beantragen, die auf dem bereits Erreichten aufbaut. Die Teilnehmer zeigten sich zudem neugierig darauf, wie Kinder aus verschiedenen Ländern miteinander in Kontakt treten können, und wollten mehr über die praktischen Aspekte der Verwaltung einer EU-Förderung dieser Art erfahren, die das Team dank eines im Laufe der Zeit aufgebauten Berichtssystems als vergleichsweise überschaubar bezeichnete.

Ein besonders reger Austausch drehte sich darum, wie die Gründungspartner einander ursprünglich gefunden und Vertrauen zueinander aufgebaut haben – eine Erinnerung daran, dass starke Partnerschaften in erster Linie auf Beziehungen und erst in zweiter Linie auf Systemen beruhen. Wie es in einer Reflexion hieß: Selbst die auf dem Papier am besten konzipierte Partnerschaft kann ins Stocken geraten, wenn die Menschen und die Arbeitsweisen nicht zusammenpassen, während frühzeitig aufgebautes Vertrauen eine Zusammenarbeit weit voranbringen kann.

Keynote: Zusammenarbeit neu denken

Der Hauptvortrag beleuchtete den Begriff „Zusammenarbeit“ aus einem neuen Blickwinkel, hinterfragte ihn als überstrapaziertes Schlagwort und unterschied zwischen transaktionaler und transformativer Vernetzung. Die Kernbotschaft: Transformative Beziehungen schaffen Vertrauen, und Vertrauen ist die Grundlage, auf der Zusammenarbeit aufbaut – doch erst die Steuerung sorgt dafür, dass sie langfristig Bestand hat. Langfristige Kooperationen beruhen nicht nur auf gutem Willen, sondern auf Systemen, die es den Menschen ermöglichen, über einen längeren Zeitraum hinweg gut zusammenzuarbeiten.

Arbeitssitzungen: Fünf Themenbereiche

Anschließend teilten sich die Teilnehmer in Arbeitsgruppen auf, um sich eingehend mit den spezifischen Herausforderungen der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit auseinanderzusetzen. Dabei kristallisierten sich folgende Schlüsselthemen heraus:

1. Arbeiten im Alleingang vs. gemeinsames Design

Die Gruppen untersuchten, warum Organisationen standardmäßig allein arbeiten – Wettbewerbsinstinkt, Zeitmangel und unklare Anreize – und schlugen Lösungen vor, wie beispielsweise die Festlegung einer Netzwerkrolle innerhalb der Teams, den Aufbau von Netzwerkkompetenzen bei der gesamten Belegschaft und die gemeinsame Gestaltung von Projekten von Anfang an, anstatt Partnerschaften erst nachträglich einzubinden.

2. Umgang mit kulturellen Unterschieden zwischen Organisationen 

Die Teilnehmer diskutierten, wie wichtig es ist, bereits zu Beginn einer Partnerschaft einen gemeinsamen Rahmen für die interkulturelle Kommunikation zu schaffen, der auf einer Grundlage gegenseitigen Verständnisses aufbaut, und die Beziehung anschließend durch regelmäßige, ehrliche Gespräche kontinuierlich zu pflegen.

3. Umgang mit Erwartungen, Anforderungen und Verantwortlichkeit 

Anhand eines Modells der „Verantwortungsspirale“, das von der persönlichen über die organisatorische bis hin zur externen und gesellschaftlichen Ebene reicht, diskutierten die Gruppen praktische Instrumente: klare Aufgabenbeschreibungen, regelmäßige strukturierte Treffen, realistische Planung, Techniken der gewaltfreien Kommunikation sowie die Schaffung sicherer Räume für einen offenen Austausch über unterschiedliche Führungsstile hinweg.

4. Aufbau echter zwischenmenschlicher Beziehungen im Rahmen der Zusammenarbeit 

Hier zeigte sich ein zentraler Konflikt: Kann Verbundenheit auf natürliche Weise entstehen, oder muss sie bewusst gefördert werden? Die Gruppen kamen zu dem Schluss, dass gemeinsame Ziele, Werte und Visionen in Verbindung mit ungezwungenen, ungezwungenen Rahmenbedingungen wie gemeinsamen Mahlzeiten oder unkonventionellen gemeinsamen Aktivitäten die Voraussetzungen schaffen, unter denen authentische Beziehungen entstehen können.

5. Die Auswahl der richtigen gemeinsam genutzten Systeme 

Schließlich befassten sich die Gruppen mit dem praktischen Rückgrat der Zusammenarbeit: gemeinsamen Tools für Dokumentation und Kommunikation. Die Diskussion drehte sich um die Notwendigkeit einheitlicher, von allen Seiten angewandter Systeme, ethischer Alternativen für die Datenspeicherung und klarer Verhaltensregeln für Kommunikationskanäle. Als konkreter nächster Schritt wurde vereinbart, Gespräche aufzunehmen, um gemeinsame Tools in allen Partnerorganisationen einzuführen und aufeinander abzustimmen.

Ausblick

Der Tag endete mit einem roten Faden, der sich durch alle Sitzungen zog: Zusammenarbeit ist etwas, das im Laufe der Zeit aktiv aufgebaut, gepflegt und immer wieder neu überdacht wird. Die Partner gingen mit konkreten Ideen nach Hause, die sie weiterverfolgen wollen – von gemeinsamen Kommunikationsprotokollen bis hin zu einer erneuten Verpflichtung zu längeren und häufigeren Treffen.

Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, diese Diskussion zu gestalten – wir freuen uns darauf, sie gemeinsam fortzusetzen!

  • Das Lilipad-Team

Meredith Roberts